Kompressionsstrümpfe

Klicken für GroßbildVenenleiden gehören zu den häufigsten Erkrankungen der westlichen Welt.

Aktuelle Studien haben ergeben, dass in Deutschland mehr als die Hälfte der Frauen und Männer an Venenbeschwerden oder Krampfadern leiden (Bonner Venenstudie 2003). Obwohl dies sicher auf unser bewegungsarmes Leben der modernen Zivilisation zurückzuführen ist, liegt die eigentliche Ursache schon viel länger zurück: Der aufrechte Gang führt dazu, dass das Blut aus den Beinen einen langen Weg zum Herzen entgegen der Schwerkraft zurücklegen muss. Schon 5000 Jahre alte Papyrusrollen der Ägypter zeigen Menschen mit bandagierten Beinen.


Die Mechanismen des venösen Bluttransportes

Arterien bringen das sauerstoff- und nährstoffreiche Blut zu den Zellen, Venen transportieren das verbrauchte Blut mit Kohlendioxid und Schlackenstoffen zurück zum Herz. Das venöse Blut muss auf seinem Weg zurück über einen Meter entgegen der Schwerkraft transportiert werden. Der Restdruck des Herzschlages reicht nicht aus, so dass es weitere Mechanismen geben muss, die das Blut hoch pumpen. Diese sind:

  • Venenklappen
  • Muskelvenenpumpe
  • Thoraxpumpe

Venenklappen sind taschenförmige Gebilde aus Bindegewebe, die wie ein Rückschlagventil funktionieren. Wenn das Blut von unten nach oben strömt, legen sie sich an die Venenwand an und lassen das Blut passieren. Bei einer Ruhephase des Beines würde das Blut entsprechend der Schwerkraft wieder zurücksinken, was aber durch das Ausstülpen der Venenklappen verhindert wird. Venenklappen werden nur einmal angelegt und können nach Beschädigung oder Degeneration vom Körper nicht neu gebildet werden. Deshalb ist eine frühzeitige Behandlung von Venenleiden besonders wichtig.

Die Venenklappen verhindern außerdem, dass das gesamte Gewicht der Blutsäule auf den Venen in den Füßen lastet, die dadurch sehr schnell überlastet wären. Der Druck wird durch die Venenklappen in kleinere "Teildrücke" aufgeteilt. Besonders wichtig für den venösen Rückstrom ist die Muskelvenenpumpe. Bei jedem Schritt werden die Venen durch die Muskelkontraktion komprimiert und das Blut damit ein Stück Richtung Herz gepumpt. Die Venenklappen verhindern den Rückfluss in die Beine. An der Muskelpumpe wirken alle Muskelgruppen des Beines mit. Die meiste Arbeit leistet aber die Wadenmuskulatur, die durch jedes Anziehen und Strecken des Fußes betätigt wird. Patienten mit Venenleiden sollten deshalb möglichst flache Schuhe tragen, damit der Fuß richtig abrollen kann.

Ein weiterer Mechanismus ist die Thoraxpumpe. Bei der Atmung entsteht durch das Heben des Brustraums ein Unterdruck, der den venösen Rückstrom aus den Beinen fördert.


Venenerkrankungen

Bei den krankhaften Veränderungen unterscheidet man chronische und akute Erkrankungen. Die Entwicklung chronischer Leiden beginnt meist mit kleinen erweiterten Venen, den Besenreisern. Die Bedeutung der Besenreiser ist noch heute umstritten. Einige Experten halten sie für die Vorboten eines Krampfaderleidens, andere sehen in ihnen nur einen Schönheitsmakel. Eine Überprüfung des Venensystems durch den Arzt ist in jedem Fall anzuraten.

Man weiß heute, dass es viele Risikofaktoren gibt, die die Entstehung von Venenleiden begünstigen. Bei vielen Patienten liegen Krampfadern in der Familie. Besonders wenn der Vater erkrankt ist, erhöht sich das Risiko für die Kinder. Aber auch Übergewicht und vor allem Bewegungsmangel fördern Venenleiden, denn wird die Muskelpumpe zu wenig betätigt, kann das Blut in den Beinvenen regelrecht versacken und führt langfristig zur Überdehnung der Gefäße. Dass Frauen viel häufiger von Venenleiden betroffen sind als Männer, hängt mit der hormonellen Situation und Schwangerschaften zusammen. Auch die Einnahme von Kontrazeptiva oder Östrogen-Präparaten gegen Beschwerden im Klimakterium gelten als Risikofaktor. Neueste Untersuchungen geben Hinweise auf die biochemischen Vorgänge bei der Entstehung von Krampfadern. Durch die ständige Überdehnung der Vene setzten die Gefäßmuskelzellen Lysosomen frei, die die Bildung von minderwertigem Bindegewebe auslösen. Dieses Bindegewebe ist dem Druck nicht gewachsen, so dass es zur Dehnung der Venenwände kommt, wodurch die Venenklappen nicht mehr richtig schließen können. Lysosomale Enzyme, die ins Kapillargebiet abgeschwemmt werden, schädigen die Gefäßwände, die dadurch für größere Mengen Flüssigkeit durchgängig werden. Durch die Flüssigkeit im Gewebe entstehen dann Ödeme, die oft aber erst sichtbar werden, wenn mehr als ein Liter im Bein eingelagert wurde.

Risikofaktoren:

  • Angeborene Bindegewebsschwäche
  • Bewegungsmangel
  • Überwiegend sitzende bzw. stehende Tätigkeit
  • Hormonelle Faktoren
  • Schwangerschaft
  • Übergewicht
  • Alter

Prophylaxe:

  • Gesunde Lebensführung
  • Ausgewogene Ernährung
  • Verzicht auf Rauchen und Alkohol
  • Ausreichende Bewegung
  • Kaltwassergüsse
  • Beine häufig hochlegen
  • Flache Schuhe tragen
  • Tragen von Stützstrümpfen
  • Ggf. medikamentöse Prophylaxe
  • 3S-3L Regel (Sitzen und Stehen sind schlecht. Lieber liegen und laufen)


Medikamentöse Therapie (Selbstmedikation)

Für die medikamentöse Therapie werden in der Selbstmedikation vor allem Ödemprotektiva eingesetzt. Diese sollen die Venenwand abdichten, so dass großmolekulare Stoffe wie z.B. Eiweiße sie nicht mehr passieren können. Für aescinhaltige Medikamente konnte nachgewiesen werden, dass sie außerdem die in geschädigten Venenwänden stark erhöhte Konzentration lysosomaler Enzyme senken. Zusätzlich wirken diese venenkontrahierend und verbessern damit den venösen Rückstrom. In oraler Form ist eine höhere Wirksamkeit zu erwarten als bei äußerlich angewendeten Präparaten.


Kompressionstherapie

Bei der Behandlung von Venenleiden steht neben der medikamentösen Therapie die Kompressionstherapie im Vordergrund. Bei akuten Erkrankungen wird zunächst meist zuerst mit einem Kompressionsverband therapiert. Kompressionsstrümpfe werden für die langfristige Behandlung von Venenleiden eingesetzt. Der Patient kann sie selbst anlegen und natürlich haben sie optisch gegenüber den Verbänden große Vorteile. Durch die Kompression verringert sich der Durchmesser der Venen wieder auf ein weitgehend normales Maß und die Venenklappen können wieder schließen. Die Verengung der Vene führt außerdem zu einer Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit und verringert damit das Thromboserisiko für den Patienten. Insgesamt verbessert sich dadurch die Stoffwechsel-Situation im Gewebe, da eine Entsorgung durch die Venen wieder möglich ist. Kompressionsstrümpfe gibt es in vier Klassen von 20 bis über 50 mmHg, die dem Krankheitsbild entsprechend verordnet werden müssen. Bei allen Strümpfen ist der Druck an der Fessel am stärksten und nimmt dann stufenlos ab.


Klicken für GroßbildVerordnung auf Rezept

Bei einer Verordnung muss zuerst abgeklärt werden, ob für Sie eine Seriengröße passt oder ob eine Sonderanfertigung benötigt wird. Dazu müssen sämtliche Maße Ihrer Beine genommen werden. Grundsätzlich sollte nur frühmorgens am ödemfreien Bein gemessen werden. Liegt die letzte Verordnung länger als 6 Monate zurück, muss grundsätzlich neu gemessen werden. Die Messung wird nach Terminvereinbarung entweder in der Apotheke durchgeführt oder als besonderer Service für Sie direkt bei Ihnen Zuhause. Diesen Service bieten wir für Sie in der näheren Umgebung kostenlos an.

Seit der Gesundheitsreform 2004 beschränkt sich die Zuzahlung der Patienten auf 10% des Krankenkassen-Erstattungspreises, mindestens jedoch 5 EUR und höchstens 10 EUR je Versorgungseinheit, d.h. also maximal 10 EUR pro Strumpfpaar.

Wegen aktueller Umstrukturierungen im Hilfsmittelsektor sind wir leider momentan nicht für alle Kassen berechtigt, Hilfsmittel wie Kompressionsstrümpfe auf Kassenrezept abzugeben. Es lässt sich aber jederzeit kurzfristig abklären, ob wir als Lieferant für Ihre Kasse in Frage kommen. Fragen Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.


Aktive Vorbeugung zum Beispiel auf Reisen und im Beruf

Wir beraten Sie gerne bei der aktiven Vorbeugung mit Kompressionsstrümpfen, um müden Beinen vorzubeugen bzw. zur Entlastung bei Neigung zu geschwollenen Beinen und Venenschmerzen. Auch gibt es spezielle Stütz-Kniestrümpfe für Sie und Ihn für stehende und sitzende Berufe, oder speziell für längere Flug-, Bahn- und Autoreisen. Bitte beachten Sie, dass durch die Vielzahl an Variationen nicht alle Kompressionsartikel vorrätig sind. Jedoch können wir den gewünschten Artikel innerhalb kürzester Zeit für Sie besorgen.


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